Die Leber ist die stille Stoffwechselzentrale unseres Körpers: sie sorgt für den Zuckerstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Eiweißstoffwechsel, Entgiftung, Speicherung wichtiger Vitamine und die Produktion von Galle für die Fettverdauung. Bemerkenswert: Die Leber arbeitet still. Sie sendet lange keine Warnsignale – selbst dann nicht, wenn bereits erhebliche Schäden bestehen. Das ist einer der Gründe, warum die Fettleber zu den unterschätzten Volkskrankheiten gehört. Man unterscheidet zwischen zwei Arten:
Nicht-alkoholische Fettleber
Eine nicht-alkoholische Fettleber entsteht durch
ungesunde Ernährung, insbesondere hoher Zucker- und Fruktosekonsum (Softdrinks, Süßigkeiten), stark verarbeitete Lebensmittel
Übergewicht (insbesondere bei viel viszeralem Bauchfett, das unter der Bauchmuskulatur und zwischen den Organen liegt)
Bewegungsmangel
Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes
Wichtig: Eine Fettleber entsteht nicht nur bei Übergewicht. Auch schlanke, körperlich wenig aktive Menschen können betroffen sein („TOFI“ – thin outside, fat inside).
In Europa und Deutschland sind ca. 25–30 % der Erwachsenen betroffen. Bei Menschen mit Adipositas sind es etwa 70 %, mit Typ-2-Diabetes über 60 %. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend betroffen (Schätzungen: 5–10 %).
Alkoholische Fettleber
Von einer alkoholischen Fettleber spricht man, wenn die Leberverfettung primär durch regelmäßigen Alkoholkonsum verursacht wird, wobei schon geringer regelmäßiger Konsum dazu führen kann. Der Grund für die Entstehung ist, dass Alkohol in der Leber abgebaut wird, wodurch sich Fett in den Leberzellen ansammelt. Gängige medizinische Grenzwerte, ab denen die Erkrankungswahrscheinlichkeit signifikant steigt:
Männer: > 30 g Alkohol/Tag
Frauen: > 20 g Alkohol/Tag
Das entspricht ca. 0,75 l Bier oder 0,3 l Wein pro Tag. In westlichen Ländern haben 5–10 % der Erwachsenen eine alkoholbedingte Fettleber.
Symptome einer Fettleber
Das Tückische: Eine Fettleber verursacht lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden. Mögliche frühe Symptome sind Müdigkeit, Leistungsabfall, Völlegefühl, Druck im rechten Oberbauch, Konzentrationsschwierigkeiten. Spätere Hinweise sind erhöhte Leberwerte (ALT, AST, GGT) im Blut, vergrößerte Leber im Ultraschall.
Schaden, der von einer Fettleber ausgeht
Eine Fettleber ist keine harmlose Befindlichkeitsstörung. Sie kann fortschreiten:
Einfache Fettleber – zunächst reversibel
Fettleberentzündung – Entzündungsprozesse schädigen Leberzellen
Fibrose – Umbau in narbiges Gewebe
Leberzirrhose – irreversible Funktionsstörung
Leberkrebs
Darüber besteht bei einer Fettleber ein hohes Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Insulinresistenz und Diabetes und negative Effekte auf Gehirn, Muskulatur und Immunsystem. Kurz gesagt: Die Fettleber ist oft ein Frühwarnsignal für eine grundlegende Stoffwechselentgleisung.
Prävention – was die Leber wirklich schützt
Die gute Nachricht: Die Leber ist extrem regenerationsfähig, wenn man ihr die richtigen Bedingungen bietet. Wirksame Präventionsmaßnahmen sind:
Gewichtsnormalisierung, insbesondere Reduktion des Bauchfetts (Schon eine Gewichtsreduktion von 5–10 % kann den Fettgehalt der Leber deutlich senken und Entzündungen zurückdrängen)
Regelmäßige Bewegung, Ausdauertraining, Krafttraining (Sport hilft, Fetteinlagerungen in der Leber zu rduzieren)
Ernährung mit Fokus auf: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, hochwertige Proteine, ungesättigte Fettsäuren (z. B. Olivenöl, Nüsse)
Reduktion von: Zucker und Fruktose (daher auch Maß halten mit Obst, nicht mehr als eine Handvoll am Tag), stark verarbeiteten Lebensmitteln, Alkohol (je weniger, desto besser), Smoothies, Fruchtsäfte
Längere Esspausen, um der Leber Zeit zur Regeneration zu geben: Vermeiden von Zwischenmahlzeiten, sehr gut ist auch Intervallfasten (z.B. Nahrungsaufnahme nur während 8 Stunden am Tag, dann 16 Stunden pausieren)
Ausreichender Schlaf und Stressmanagement, das hilft der Leber dabei, zu regenerieren
Und: Die Leberwerte im Blut beim Arzt checken lassen (wird ab 35 von den gesetlichen Krankenkassen gezahlt). Bei Auffälligkeiten kann der Arzt/die Ärztin mit Ultraschall untersuchen, ob eine Vergrößerung besteht.
Literaturempfehlungen im Internet:
Buchempfehlung: